Zeltlager zu Zeiten von Corona – challenge accepted!

Seit Mitte März gab es keine Veranstaltungen mehr in unserer Jugendabteilung – alles musste abgesagt werden wegen des bekannten „6-Buchstaben-Viruses“: das Oster-Trainingslager, die Frühregatta in Grünau, die Tage der offenen Tür, die Regatta in Bremen, unsere Sternfahrt und das damit verbundene Himmelfahrtshappening, die Sommerregatta und der Bundeswettbewerb.

Doch eins ließen wir uns nicht nehmen: Unser Zeltlager! Unsere Planung war bestimmt von der essenziellen Fragestellung „Wie stellen wir ein Zeltlager auf die Beine, das ‚coronakonform’ ist?“ Wir kreierten schließlich einen „coronakonformen“ Plan und schrieben 30 Plätze aus, die innerhalb von zwei Tagen belegt waren – kein Wunder nach den letzten veranstaltungsarmen Monaten! Immer mehr E-Mails flatterten in mein Postfach mit weiteren Anmeldungen – zum Schluss waren es sage und schreibe 42 Anmeldungen! Wir wollten allen Kindern und Jugendlichen, die sich angemeldet hatten, ein paar spaßige Tage bescheren und niemanden traurig zurücklassen. Also setzten wir uns wieder an die Planung und überarbeiteten sie mehrere Stunden und Tage. Auf das Ergebnis sind wir stolz: Alle 42 angemeldeten Kinder und Jugendlichen dürfen mitmachen!

Wie geht das zu Zeiten von Corona? – Wir trafen uns jeden Tag von 10 bis 18 Uhr – Übernachtungen und Duschen waren ja noch nicht erlaubt! Täglich wurden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in Kleingruppen von maximal 12 Personen (inkl. Trainer) eingeteilt – entsprechend der zu dieser Zeit geltenden Verordnung bzgl. Sportgruppen. Die Kleingruppen haben dann jeweils ein unterschiedliches Programm an verschiedenen Orten absolviert und nach einer gewissen Zeit die Aktivitäten getauscht. Auch beim Mittagessen wurde darauf geachtet, dass alle genug Abstand hielten – pro Biertischgarnitur vier Personen war unsere Regel. Zur Essensausgabe wurde jede Tischgruppe einzeln nach vorne gebeten.

So verbrachten wir gemeinsam vier Tage voller Sonnenschein: Am Donnerstag (25.6.) begannen wir mit diversen kontaktlosen Spielen zum „Miteinander-Warm-Werden“ und Kennenlernen, denn es trafen Freizeitkinder, Regattakinder und Junioren aufeinander. Mittags stärkten wir uns mit Chili con Carne für die Spieleolympiade am Nachmittag: 5 Stationen mit je 3 Übungen galt es für die 5 Gruppen zu bewältigen. Die Kinder paddelten, warfen, sprangen, ruderten und kletterten um die Wette. Am Ende wurden alle Gruppen mit tollen Preisen belohnt!

Am nächsten Tag sah es morgens um 10 Uhr auf dem Bootsplatz aus wie bei einem Fahrradverleih: wo man nur hinsah, überall standen Fahrräder! Klare Sache – eine Fahrradtour stand an: Es gab vier verschiedene Routen für vier verschiedene Gruppen, alle fuhren gen Norden – jeweils zwei Gruppen trafen sich zur Mittagspause an einem Strand. Die Gewitterwarnung am Nachmittag scheuchte uns schneller wieder zurück, als wir es ursprünglich vorhatten – so konnten die Kinder am Ende noch ausgiebig baden, denn das Gewitter blieb aus in der Scharfen Lanke. Am Samstag paukten wir Theoriewissen bei Lea, gingen in Einern und Geschwisterzweiern rudern, und Jolly und Luise bespaßten die Kinder mit Kenterübungen am Steg. Mittags genossen wir das von Thomas angerichtete Gulasch mit Eis zum Nachtisch.

Am letzten Tag – dem Sonntag – stand sprichwörtlich „WanderRudern“ auf dem Programm. Es wurden vier Gruppen gebildet. Jeweils zwei Gruppen bildeten ein Team: Die eine Gruppe wanderte zum vereinbarten Strand für die Mittagspause, die andere Gruppe ruderte dahin. Dann wurde getauscht, sodass jeder einmal wanderte und ruderte. Zwei Regenschauer waren mit von der Partie – das störte die Kinder beim Baden herzlich wenig – sie waren ja eh schon nass. Der Tag endete schließlich in gemütlicher Runde mit Gesellschaftsspielen.

Ich habe nun schon viele Zeltlager erlebt – dieses hier gehört sicherlich in eine andere Liga: Zum einen forderten uns die Corona-Auflagen heraus. Zum anderen die Masse an Anmeldungen der Kinder und Jugendlichen und der Wille, niemanden unglücklich zu machen! Wir haben es mal wieder geschafft – und die vielen glücklichen Kinderaugen samt zufriedener Eltern sind unser Lohn. Darauf sind wir stolz! Nächstes Jahr darf es dann aber bitte wieder ein waschechtes Zeltlager sein – mit Zelten und duschen!

Sandra Grote

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