Winterwanderung 2020

Es gibt auch an diesem windigen, regnerischen Vorfrühlingstag Anfang Februar einige Hartgesottene, die es nicht lassen können, aufs Wasser zu gehen. 30 vernünftige Arkoninnen und Arkonen machen sich aber auf den Weg zur traditionellen, von Bernd Stoeckel organisierten Winterwanderung. Der Weg, der mit einer Länge von etwas mehr als sieben Kilometern eher Spaziergangcharakter hat, führt uns von der Heerstraße/Ecke Bergstraße zur Scharfen Lanke.

Winterwanderung Arkona 2020Erstmal gehen wir zum Fort Hahneberg, wo uns Bernd vor dem verschlossenen Tor einige geschichtliche Hintergrundinformationen gibt. Da die Fledermäuse Winterschlaf halten – obwohl es keinen Winter gibt –, dürfen und wollen wir sie nicht stören und lassen sie noch ein paar Wochen schlafen. Wenn das mit dem Klima so weitergeht, hat es sich sowieso bald ausgeschlafen, dann wird durchgejagd.

Jetzt wird es richtig anstrengend. Wir erklimmen den richtigen Hahneberg, mit 80 m über N.N. Spandaus höchste Erhebung. Trotz des trüben Lichts hat man, dem kräftigen Wind sei Dank, eine atemberaubende Fernsicht. Von den Windrädern auf der Nauener Platte bis zum Kraftwerk Lichterfelde sind es gute 20 km Luftlinie, und das ist noch lange nicht das Ende.

Dass nach dieser mentalen und körperlichen Leistung ein geistiges Getränk zur Erfrischung gereicht werden muss, versteht sich von selbst. Aus mehreren Rucksäcken wird Trinkbares hervorgezaubert. Das hat sich ja schon mal gelohnt.

 

Winterwanderung Arkona 2020

Im großen Bogen geht es neben der Rodelbahn abwärts. Skispringen funktioniert im Sommer auch auf Matten. Vielleicht kann man einen derartigen Untergrund auch für Schlitten herstellen, denn ob es in Zukunft noch regelmäßige Schneefälle geben wird, ist ungewiss. Immerhin hat Schneemangel auch einige Vorteile: Zum Beispiel ist es auf dem abwärts führenden Weg nicht so rutschig, so dass wir ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen bald an den ehemaligen Rieselfeldern ankommen. Diese nehmen, wie uns Bernd, der wie immer fleißig recherchiert hat, mitteilt, seit einigen Jahrzehnten keine Abwässer mehr auf, sind aber jetzt ein wunderbares Erholungsgebiet, weitgehend ohne Bebauung und ohne die früher doch manchmal störende Geruchsbelästigung in Gatow und Kladow.

Wenn es zehn Grad kälter wäre, würden jetzt still und romantisch die ersten Schneeflocken rieseln. So aber kommt doch noch der erwartete Regenguss, als wir die Potsdamer Chaussee überqueren und in Richtung Haveldüne marschieren. Wieder wunderbare Aussicht, wieder klitzekleine Getränke zur geistigen Vertiefung des Gesehenen. Dazu für ganz Hartgesottene Gummibären, Lakritzkonfekt oder gut Abgelagertes von der letztjährigen Altherrenfahrt.

Der Weg bergab zur Scharfen Lanke ist nicht mehr weit, wohlige Wärme empfängt uns bei Kerstin und Thomas, und nach dem obligatorischen Glühwein stärken wir uns bei Chili con Carne.

Gerne im nächsten Jahr wieder, dann vielleicht auf Schneeboden. Wer weiß?

Winterwanderung Arkona 2020

[Text: Klaus Becker]

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