Und plötzlich kam Corona…

Was hat die Jugend in den letzten Monaten eigentlich gemacht?

Das Jahr 2020 begann in der Jugendabteilung wie immer mit der Jugendjahreshauptversammlung, dem Nudelsprint bei Hellas-Titania, der Skifahrt in den Winterferien und intensiven Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf die Saison und den bevorstehenden Langstreckentest. Alle waren hochmotiviert, standen voll im Training und hatten sich viel vorgenommen in diesem Jahr. Und dann kam es doch alles anders als erwartet.

Von heute auf morgen waren alle Trainingstermine bis auf weiteres abgesagt – das war am 16. März 2020. Leere und Stille machten sich Bootshaus breit – kein Kinderlachen, kein Geschrei, keine Ruderboote. Gruselig! Um die Kondition der Regattakinder und Junioren wenigstens etwas zu erhalten, schrieben wir Trainer fleißig Trainingspläne für zu Hause, Ergos wurden ausgeliehen. So fand auch das Trainingslager in den Osterferien nur virtuell statt. Die Regattakinder erhielten jeweils am Vorabend die Trainingseinheit für den kommenden Tag – joggen, Bauch/Rückenprogramm, Rad- und Ergofahren waren an der Tagesordnung! Die Kinder und Junioren waren wirklich fleißig zu Hause und hielten sich weitestgehend an die Pläne – das ist wirklich lobenswert, denn dahinter steckt eine Menge Eigenmotivation und Selbstdisziplin und das vor dem Hintergrund, dass erstmal keine Regatten bevorstanden, da diese alles abgesagt wurden!

Nach über einem Monat Vereins- und Ruderpause gab es Ende April endlich erste Lockerungen vom Senat – wir durften wieder aufs Wasser! Die Trainer bastelten fleißig Ruderpläne – es waren nur Einer erlaubt und nur 5 Sportler auf einmal. Alle konnten es kaum erwarten, endlich wieder rudern zu dürfen, und als sie endlich wieder auf dem Bootsplatz standen, ging ein Strahlen über ein jedes Gesicht – sowohl Sportler als auch Trainer! Viele Eltern schrieben uns am Abend, wie glückselig und ausgeglichen ihr Kind wieder war nach wochenlanger schlechter Laune zu Hause.

Die Woche darauf durften nur noch 2er-Grüppchen aufs Wasser. Wir nahmen die Herausforderung an und ließen die Kinder und Jugendlichen im Viertelstundentakt ablegen und auf einer vorgegebenen Strecke pendeln/rudern, die von einem Motorboot beaufsichtigt wurde. Auch das Anlegen fand im Viertelstundentakt statt. Bei solch einem System vergisst man glatt, dass Rudern ein Teamsport ist …

Ab dem 15. Mai durften wir dann in 8er-Gruppen aufs Wasser, ab dem 1. Juni in 12er-Gruppen – alles natürlich weiterhin im Einer. Die Trainer zeigten viel Engagement und investierten weitaus mehr Zeit ins Training als sonst, denn es sollten ja alle 85 Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, wieder zum Rudern zu kommen. Darunter waren auch viele Kinder, die bis dato noch nie im Einer gesessen hatten, sodass zu Anfang v.a. Einerausbildungen angesagt waren. Die Planung der Sommerferien toppte dann nochmal alle bisherigen Pläne: Wir entschlossen uns, den Kinderruderkurs in den Sommerferien stattfinden zu lassen und nicht wie den im Frühjahr abzusagen. Das bedeutete im Umkehrschluss, dass wir noch mehr Trainingstermine aus dem Hut zaubern mussten. Teilweise verbrachten wir Trainer ganze Tage im Verein – von morgens bis abends, natürlich mit Pause –, um allen Kindern Rudertermine anbieten zu können.

Das durchweg positive Feedback der Kinder, Jugendlichen und Eltern bestärkt uns in unserem Handeln und gibt uns viel zurück. Wir können stolz darauf sein, was wir auf die Beine gestellt haben und wie viel Arbeit wir in die Erstellung und Durchführung von Trainings- und Ruderplänen gesteckt haben, um den Kindern und Jugendlichen weiterhin etwas zu bieten, sie fit zu halten und ihnen unter schwierigen Umständen das Rudern wieder zu ermöglichen. Nun bleibt uns allen die Hoffnung, dass Anfang August, wenn die Schule wieder anfängt, weitere Lockerungen kommen werden, die uns langsam wieder zu einem normalen Trainingsbetrieb übergehen lassen können.

Sandra Grote

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