„Die Anspannung war extrem“

Paul Gebauer erzählt im Interview von seiner Nominierung für den Vierer ohne Steuermann und über die Ziele der neu zusammen gestellten Crew.

In Lago Azul (Portugal) sind die Entscheidungen gefallen, wer in den kommenden Wochen im Deutschland-Achter, im Vierer und Zweier ohne Steuermann in die Rennen gehen wird. Die Crew im Vierer kennt sich schon gut: Wolf-Niclas Schröder, Paul Gebauer und Christopher Reinhardt bildeten bereits 2017 gemeinsam ein Quartett, damals mit Laurits Follert. Nun ergänzt der erfahrene Felix Wimberger den Vierer, der klare Ambitionen hat. Das Ziel ist die Nachqualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio bei der Regatta in Luzern (17.-19. Mai). Im Drei-Fragen-Interview verrät Paul Gebauer, wie er die Nominierung erlebt hat, wie die ersten gemeinsamen Fahrten im Vierer gelaufen sind und wie die nächsten Schritte aussehen.

Wie hast du die Nominierung erlebt?

Paul Gebauer: Wir waren mit dem ganzen Team zusammen, als Bundestrainer Uwe Bender uns die Entscheidungen verkündet hat. Für mich war die Nominierung für den Vierer ohne Steuermann eine große Erleichterung, da ist einiges abgefallen. Bis dahin war die Anspannung extrem, so hatte ich das selten erlebt. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt im Vierer gelandet bin. Es war genau das Ziel, das ich mir persönlich gesetzt hatte. Es ist ein besonderes Jahr mit Olympia. Das ist es, worauf man jahrelang hinarbeitet. Jetzt ist der erste Schritt getan.

Paul Gebauer, Wolf-Niclas Schröder, Christopher Reinhardt und Felix Wimberger v.l.

Wie läuft das Training im Vierer?

Paul Gebauer: Wir konnten bislang gut durchziehen und haben die ersten Schritte gemacht. Wolf-Niclas Schröder, Christopher Reinhardt und ich sind vor drei Jahren ja schon mal zusammen im Vierer gerudert. Wir kennen uns, das ist kein riesiger Vorteil, aber an mancher Stelle hilft es auch. Und Felix Wimberger bringt uns mit seiner Erfahrung weiter, er nimmt uns Jüngere sozusagen an die Hand. Ich denke, wir sind eine gute Kombination, die ein bisschen frischen Wind bringt und richtig Bock hat, was zu reißen. Wir arbeiten aktuell am Zusammenspiel und in erster Linie an den Grundlagen. Die müssen wir jetzt legen, damit wir uns im Trainingslager in Gavirate so festigen können, dass wir über gewisse Dinge gar nicht mehr nachdenken brauchen und alles top eingespielt ist. Bis zur Nachqualifikations-Regatta in Luzern wollen wir jeden Meter nutzen.

Wie sieht der Fahrplan bis dahin aus?

Paul Gebauer: Der Fahrplan ist ziemlich klar, da gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten zu taktieren. Wir trainieren jetzt in Dortmund weiter bis März, dann geht es ins Trainingslager nach Gavirate. Danach haben wir noch einen Weltcup, bevor Mitte Mai die Nachqualifikation unser großes Ziel ist. Es gibt nur zwei Plätze, einen davon wollen wir haben. Wir kennen die Gegner noch nicht, aber das ist ja auch fast egal. Es kommt eher darauf an, wie man die Sache angeht. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und vorne landen. Darauf sind alle unseren Gedanken ausgelegt, davon hängt ja auch alles ab, was danach kommt. Es wird bestimmt hart, aber ich bin zuversichtlich, dass es für uns etwas werden kann. Und wenn wir es in Luzern schaffen, können wir daraus für Olympia nochmal eine besondere Energie schöpfen.

Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer im Zweier ohne Steuermann

19.02.2020 | Interview: Felix Kannengießer

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